Lunch Lecture: Hunger auf Kunst und Kultur
Kulturpass, Teilhabe und neue Publikumsperspektiven: Wie gelingt kulturelle Teilhabe für Menschen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind? Mit der österreichweiten Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ ist Kärnten | Koroška seit 2025 Teil eines bundesweiten Netzwerks, das kulturelle Teilhabe aktiv fördert. Der Kulturpass ermöglicht anspruchsberechtigten Menschen kostenlosen Eintritt zu teilnehmenden Kunst- und Kultureinrichtungen – doch ein freier Eintritt allein reicht oft nicht aus. Jetzt mit AUFZEICHNUNG und NACHLESE, auch in leichter Sprache.
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📖 NACHLESE:
Teilhabe ermöglichen: Hunger auf Kunst und Kultur in Kärnten | Koroška
Nachlese zur Lunch Lecture der IG KiKK über kulturelle Teilhabe, den Kulturpass und den Abbau von Barrieren
Kulturelle Teilhabe ist ein wichtiger Bestandteil eines offenen und vielfältigen Kulturbetriebs. Doch nicht alle Menschen können sich einen Theaterbesuch, ein Konzert oder den Eintritt in ein Museum leisten. Und selbst wenn der Eintritt kostenlos ist, können weitere Hindernisse den Zugang zu Kunst und Kultur erschweren.
Wie kann kulturelle Teilhabe für mehr Menschen möglich werden? Welche Erfahrungen gibt es mit dem Kulturpass in Kärnten | Koroška und in anderen Bundesländern? Und was können Kulturinitiativen tun, um Barrieren abzubauen?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Lunch Lecture der IG KiKK im Zusammenhang mit Teilhabe als Thema der Kunst- und Kulturstrategie Kärnten Koroška 2030. Alexander Brenner-Skazedonig und Ines Fritz vom Kärntner Armutsnetzwerk stellten die Initiative „Hunger auf Kunst und Kultur“ in Kärnten vor. Monika Wagner gab Einblicke in die österreichweite Entwicklung und berichtete von Erfahrungen und Projekten aus Wien. Mika Palmisano moderierte die Veranstaltung.
Hunger auf Kunst und Kultur: Der Kulturpass in Kärnten | Koroška
Das Kärntner Armutsnetzwerk hat die Koordination von „Hunger auf Kunst und Kultur“ in Kärnten übernommen. Der Verein besteht seit rund 30 Jahren und wird bei der Umsetzung der Initiative vom Land Kärnten unterstützt.
Die IG KiKK und das Kärntner Armutsnetzwerk haben gemeinsam den Kulturpass in Kärnten angestoßen. Mit dem Beitritt zur österreichweiten Initiative wurde der bisherige Kärntner Kulturpass in das Netzwerk „Hunger auf Kunst und Kultur“ integriert. Seit 2025 ist damit auch Kärnten | Koroška Teil der österreichweiten Aktion.
Das Prinzip ist einfach: Menschen, die sich Kunst und Kultur finanziell nicht leisten können, erhalten über soziale Einrichtungen einen Kulturpass. Damit können sie bei teilnehmenden Kulturinstitutionen kostenlosen Eintritt in Anspruch nehmen.
Zum Zeitpunkt der Lunch Lecture beteiligten sich in Kärnten bereits 44 Kulturinstitutionen in sieben Bezirken. Die Ausgabe der Kulturpässe erfolgte über 15 soziale Organisationen mit insgesamt 29 Ausgabestellen.
Dabei wird zwischen Kulturpasspartner und Ausgabestellen unterschieden: Kulturpasspartner ermöglichen den kostenlosen Eintritt. Die Ausgabestellen geben den Kulturpass an anspruchsberechtigte Menschen aus.
Die ersten Zahlen zeigen, dass das Angebot bereits genutzt wird. Kurz nach dem Start waren in Kärnten 227 Kulturpässe ausgegeben und 720 Eintritte eingelöst worden. Da sich die Initiative erst etabliert, wird mit einer weiteren Steigerung der Nutzungszahlen gerechnet.
Freier Eintritt ist ein Geschenk – Kultur hat trotzdem einen Wert
Ein wichtiger Punkt der Präsentation war die Finanzierung des Kulturpasses. Die teilnehmenden Kulturinstitutionen ermöglichen den kostenlosen Eintritt freiwillig. Sie erhalten dafür keine Rückvergütung. Die Eintritte sind somit ein Geschenk der Kulturpasspartner an die Inhaber des Passes.
Für die Kulturinstitutionen bedeutet das, die eigenen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Als Orientierung werden rund zwei Prozent der verfügbaren Plätze genannt. Das ist jedoch keine starre Vorgabe, sondern eine Grundlage für individuelle Vereinbarungen.
Denn jede Einrichtung arbeitet anders. Während manche Veranstaltungen über ausreichend Platzkapazitäten verfügen, entstehen bei anderen auch für kostenlose Tickets Kosten. Kinos müssen beispielsweise unter Umständen weiterhin Gebühren an den Filmverleih zahlen.
Deshalb setzt die Initiative auf persönliche Gespräche: Gemeinsam mit dem Koordinationsteam wird ausgelotet, welche Form der Teilnahme für die jeweilige Einrichtung möglich ist.
Gleichzeitig geht es darum, den Wert von Kunst und Kultur sichtbar zu halten. Der kostenlose Eintritt bedeutet nicht, dass die kulturelle Leistung keinen Wert hat. Auch Kulturpassinhaber soll vermittelt werden, dass sie ein wertvolles Kulturangebot in Anspruch nehmen. Die Idee dahinter ist eine solidarische Umverteilung: Wer mehr Möglichkeiten hat, trägt dazu bei, dass auch Menschen mit wenig Geld Kultur erleben können.
Die Initiative bekannt machen und neue Partner gewinnen
Ein Schwerpunkt der Arbeit in Kärnten ist derzeit, den Kulturpass bekannter zu machen. Dabei ist auch wichtig, mögliche Missverständnisse rund um den früheren Kärntner Kulturpass aufzuklären: Der neue Kulturpass „Hunger auf Kunst und Kultur“ ist österreichweit gültig und ermöglicht bei den teilnehmenden Einrichtungen kostenlosen Eintritt.
Die Website bietet Informationen für Anspruchsberechtigte, zu den Ausgabestellen und für interessierte Kulturpasspartner. Auch eine Übersicht über Veranstaltungen soll den Zugang erleichtern.
Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt über verschiedene Kanäle. In den Ausgabestellen hängen bereits Plakate. Weitere Materialien wie Flyer und Bierdeckel sollen die Aktion sichtbarer machen. Kulturpasspartner können Beiträge der Initiative in sozialen Medien markieren, damit diese weiterverbreitet werden. Auch die IG KiKK und ihre Mitglieder können unterstützen, indem sie Informationen an potenziell anspruchsberechtigte Menschen und interessierte Kulturinstitutionen weitergeben.
Ein Beispiel für eine Kooperation ist ein Auftritt von Studierenden der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik im SOMA-Markt. Solche Begegnungen bringen Kunst und Kultur direkt zu Menschen, die klassische Kulturorte möglicherweise selten besuchen. Sie können einen ersten Kontakt ermöglichen und Interesse an weiteren Angeboten wecken.
Was hält Menschen von kultureller Teilhabe ab?
Neben dem kostenlosen Eintritt ging es bei der Lunch Lecture vor allem um die Frage, wie Kulturinstitutionen niederschwelliger werden können. In einer Diskussion wurden unterschiedliche Barrieren und mögliche Lösungsansätze gesammelt.
Schwierige Lebenssituationen: Menschen, die von Wohnungslosigkeit, Gewalt oder anderen Krisen betroffen sind, müssen sich häufig zunächst stabilisieren und ihren Alltag neu organisieren. In dieser Phase kann der Schritt in eine Kulturinstitution besonders schwerfallen. „Hunger auf Kunst und Kultur“ soll auch Möglichkeiten eröffnen, aus Isolation herauszukommen und wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Unwissenheit und Unsicherheit: Viele Menschen wissen nicht, welche Kulturangebote es gibt oder wie ein Besuch abläuft. Fragen wie „Kann ich kommen, wie ich bin?“ oder „Brauche ich Abendkleidung?“ können bereits eine Hürde darstellen. Verständliche Informationen und eine offene Kommunikation helfen, Unsicherheiten abzubauen.
Wenig Kontakt zwischen Kultur- und Sozialbereich: Kulturinstitutionen arbeiten häufig mit Schulen zusammen, der Austausch mit sozialen Einrichtungen ist hingegen teilweise noch ausbaufähig. Soziale Einrichtungen haben nicht unbedingt den Auftrag, Menschen in Kulturinstitutionen zu begleiten oder sie dorthin zu vermitteln. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Berührungspunkte und Interesse an gemeinsamen Projekten.
Mobilität im ländlichen Raum: Wer kein Auto hat, ist in vielen Regionen Kärntens auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Lange Anfahrtswege und eingeschränkte Verbindungen können einen Kulturbesuch erschweren. Auch die Unsicherheit, ob ein Eintritt tatsächlich möglich ist, kann dazu führen, dass Menschen eine weite Anreise nicht auf sich nehmen.
Die Diskussion machte deutlich, dass Barrieren nicht nur baulicher oder finanzieller Art sind. Auch fehlende Informationen, Unsicherheit und die Lebenssituation der Menschen beeinflussen, ob sie ein Kulturangebot tatsächlich nutzen können.
Erfahrungen aus Wien: Vernetzung schafft neue Möglichkeiten
Monika Wagner berichtete über die Entstehung und Entwicklung von „Hunger auf Kunst und Kultur“. Die Idee entstand 2003 am Schauspielhaus Wien. Der damalige Direktor entwickelte gemeinsam mit Martin Schenk von der Armutskonferenz Österreich ein Angebot für Menschen, die sich kulturelle Veranstaltungen finanziell nicht leisten konnten.
Im ersten Jahr wurden 1.000 Kulturpässe gedruckt. Besonders von Müttern mit Kindern kam der Wunsch nach einer Erweiterung des Angebots. Nach und nach beteiligten sich weitere Kulturinstitutionen. 2007 begann die Stadt Wien, die Initiative finanziell zu unterstützen. In den folgenden Jahren kamen weitere Bundesländer hinzu; Kärnten | Koroška trat 2025 bei.
In Wien wurden 2025 mehr als 160.000 Eintritte mit dem Kulturpass eingelöst. Die Erfahrungen zeigen auch, dass Menschen, die einen Kulturpass nutzen, unterschiedliche Bedürfnisse und Voraussetzungen mitbringen. Manche sind bereits kulturinteressiert und möchten trotz geringer finanzieller Mittel weiterhin Veranstaltungen besuchen. Für andere braucht es zusätzliche Unterstützung, damit der Zugang überhaupt möglich wird.
Bei regelmäßigen Feedbacktreffen wird deshalb gefragt, wie der Kulturpass genutzt wird und was sich die Betroffenen wünschen. Dabei zeigt sich, dass für manche Menschen die Schwelle, eine Kulturinstitution zu betreten, sehr hoch ist. Begleitung oder Assistenz kann helfen, diesen Schritt zu ermöglichen.
Kulturtransfer: Kultur- und Sozialeinrichtungen im Austausch
Ein Beispiel aus Wien ist das Projekt „Kulturtransfer“. Es ermöglicht Kulturinstitutionen und sozialen Einrichtungen, einander kennenzulernen und gemeinsam neue Projekte zu entwickeln.
Bei Vernetzungstreffen begegnen sich die unterschiedlichen Arbeitsbereiche. Dadurch können Kulturinstitutionen besser verstehen, welche Bedürfnisse Menschen in schwierigen Lebenssituationen haben. Gleichzeitig lernen soziale Einrichtungen Kulturangebote kennen und können diese an ihre Zielgruppen vermitteln.
Ein Beispiel guter Praxis ist die Zusammenarbeit des Museums mumok mit dem Verein Dialog, der Menschen mit Suchterkrankungen unterstützt. In Workshops lernen die Teilnehmenden das Museum und seine Räume kennen. So können sie einen Kulturort in einem geschützten Rahmen erleben. Die Zusammenarbeit wurde durch Kulturtransfer angestoßen und wird inzwischen vom mumok selbst weitergeführt.
Ein weiteres Beispiel ist der KulturBuddy der Caritas. Freiwillige begleiten Menschen, die Unterstützung beim Besuch von Kulturveranstaltungen benötigen. Dazu gehören unter anderem Menschen mit Fluchterfahrung, psychischen Erkrankungen oder körperlichen Einschränkungen.
Beide Beispiele zeigen, dass kulturelle Teilhabe nicht allein durch freien Eintritt entsteht. Persönliche Begegnungen, Begleitung und gemeinsam entwickelte Angebote können entscheidend dazu beitragen, Barrieren abzubauen.
Barrieren gemeinsam mit den Betroffenen abbauen
Monika Wagner betonte, dass Kulturinstitutionen die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen nicht einfach voraussetzen sollten. Stattdessen braucht es den direkten Austausch mit Menschen und Communities. Die Anforderungen können je nach Lebenssituation sehr unterschiedlich sein: Eine Tagesstätte, ein Frauenhaus oder eine Jugendeinrichtung haben jeweils andere Voraussetzungen und Bedürfnisse.
Auch räumliche Bedingungen, die Gestaltung von Workshops und die Zugänglichkeit von Veranstaltungsorten sollten gemeinsam mit den Betroffenen betrachtet werden. Nicht jede Institution verfügt über die Ressourcen, alle Barrieren allein zu beseitigen. Umso wichtiger ist es, vorhandene Expertise einzubeziehen und Kooperationen aufzubauen.
Als weiterführende Orientierung wurde der österreichweite Museumsguide von Museum inklusive genannt, der Informationen zur Zugänglichkeit von Museen bietet.
Was können Kulturinitiativen in Kärnten beitragen?
Für die IG KiKK und ihre Mitglieder ergeben sich aus der Lunch Lecture verschiedene Möglichkeiten, die Initiative zu unterstützen:
- Informationen über „Hunger auf Kunst und Kultur“ über Newsletter, Websites und soziale Medien verbreiten.
- Menschen, die einen Kulturpass nutzen könnten, auf die Ausgabestellen aufmerksam machen.
- Interessierte Kulturinitiativen ermutigen, Kontakt mit dem Kärntner Armutsnetzwerk aufzunehmen.
- Gemeinsam mit dem Koordinationsteam individuelle Vereinbarungen über den kostenlosen Eintritt entwickeln.
- Kooperationen mit sozialen Einrichtungen aufbauen und gemeinsam neue Formate erproben.
- Betroffene Menschen und Communities in die Entwicklung von Angeboten einbeziehen.
Auch die Interessenvertretung kann eine wichtige Vermittlungsrolle übernehmen. Wenn Kulturinitiativen wissen, wie der Kulturpass funktioniert und an wen sie sich wenden können, wird es leichter, neue Partnerschaften aufzubauen.
Teilhabe als gemeinsame Aufgabe
Die Lunch Lecture hat gezeigt, dass kulturelle Teilhabe mehr bedeutet als eine kostenlose Eintrittskarte. Es geht auch um Sichtbarkeit, Information, Begegnung, Begleitung und die Frage, wie Kulturinstitutionen Menschen willkommen heißen können, die bisher wenig Zugang zu ihnen hatten.
„Hunger auf Kunst und Kultur“ schafft dafür eine konkrete Möglichkeit. Gleichzeitig braucht es die Bereitschaft, bestehende Strukturen zu hinterfragen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Wege zu entwickeln.
Für Kärnten | Koroška bedeutet das, die Zusammenarbeit zwischen Kultur- und Sozialbereich weiter auszubauen, Barrieren sichtbar zu machen und mehr Menschen zu erreichen. Damit leistet die Initiative auch einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit Teilhabe im Rahmen der Kunst- und Kulturstrategie Kärnten Koroška 2030.
Kulturelle Teilhabe entsteht dort, wo Menschen nicht nur eingeladen werden, sondern sich tatsächlich willkommen fühlen.
Weiterführende Informationen
Kulturinitiativen, die Kulturpasspartner werden möchten, können sich an das Koordinationsteam des Kärntner Armutsnetzwerks wenden.
NACHLESE IN LEICHTER SPRACHE
Kunst und Kultur für alle
Nachlese zur Lunch Lecture der IG KiKK über den Kulturpass
Alle Menschen sollen Kunst und Kultur erleben können.
Zum Beispiel:
- ein Konzert besuchen
- ins Theater gehen
- ein Museum besuchen
- eine Ausstellung anschauen
Aber nicht alle Menschen haben genug Geld dafür.
Manche Menschen haben auch andere Schwierigkeiten. Zum Beispiel haben sie keine Wohnung. Oder sie haben Gewalt erlebt. Oder sie fühlen sich allein.
Deshalb ist es wichtig, dass Kultur für alle Menschen zugänglich ist.
Bei einer Lunch Lecture der IG KiKK ging es um diese Frage:
Wie können mehr Menschen Kunst und Kultur erleben?
Bei der Veranstaltung wurde die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ vorgestellt.
Was ist „Hunger auf Kunst und Kultur“?
„Hunger auf Kunst und Kultur“ ist eine Aktion in ganz Österreich.
Die Aktion hilft Menschen, die wenig Geld haben.
Diese Menschen können einen Kulturpass bekommen.
Mit dem Kulturpass können sie bei teilnehmenden Kultur-Einrichtungen kostenlos hinein.
Zum Beispiel in ein Museum oder in ein Theater.
Den Kulturpass bekommen sie bei bestimmten sozialen Einrichtungen.
Soziale Einrichtungen unterstützen Menschen in schwierigen Lebens-Situationen.
Der Kulturpass in Kärnten
In Kärnten gibt es die Aktion seit 2025.
Davor gab es dort einen eigenen Kärntner Kulturpass.
Jetzt gehört Kärnten zur österreichweiten Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“.
Das Kärntner Armutsnetzwerk organisiert die Aktion in Kärnten.
Das Armutsnetzwerk ist ein Verein. Er setzt sich für Menschen ein, die von Armut betroffen sind.
Das Land Kärnten unterstützt die Arbeit.
Bei der Lunch Lecture haben Alexander Brenner-Skazedonig und Ines Fritz die Aktion vorgestellt.
Zu diesem Zeitpunkt machten bereits viele Einrichtungen mit:
- 44 Kultur-Einrichtungen in sieben Bezirken
- 15 soziale Organisationen
- 29 Stellen, bei denen Menschen den Kulturpass bekommen können
Die Zahlen zeigen: Die Aktion wird bereits genutzt.
Kurz nach dem Start gab es 227 ausgegebene Kulturpässe.
Mit diesen Pässen wurden 720 Eintritte genutzt.
Die Aktion soll noch bekannter werden.
Wie funktioniert der Kulturpass?
Es gibt zwei Arten von Einrichtungen.
Kulturpasspartner
Das sind zum Beispiel Museen, Theater oder andere Kultur-Einrichtungen.
Sie lassen Menschen mit Kulturpass kostenlos hinein.
Ausgabestellen
Das sind soziale Einrichtungen.
Dort können anspruchsberechtigte Menschen den Kulturpass bekommen.
Die Kultur-Einrichtungen schenken den Eintritt.
Sie bekommen dafür kein Geld zurück.
Das bedeutet: Die Kultur-Einrichtungen tragen die Kosten selbst.
Deshalb spricht das Armutsnetzwerk mit jeder Einrichtung einzeln.
Gemeinsam wird überlegt, wie viele kostenlose Eintritte möglich sind.
Als Orientierung gelten ungefähr zwei Prozent der verfügbaren Plätze.
Das ist aber keine feste Regel.
Jede Einrichtung hat andere Möglichkeiten.
Ein Kino muss zum Beispiel manchmal auch für kostenlose Eintrittskarten Geld an den Filmverleih zahlen.
Wichtig ist: Kunst und Kultur haben einen Wert.
Auch wenn Menschen keinen Eintritt bezahlen, ist die Veranstaltung nicht weniger wertvoll.
Wie erfahren Menschen vom Kulturpass?
Viele Menschen wissen noch nicht, dass es den Kulturpass gibt.
Deshalb möchte das Armutsnetzwerk die Aktion bekannter machen.
Es gibt Informationen auf einer Website.
Dort finden Menschen auch die Ausgabestellen.
In den Ausgabestellen hängen Plakate.
Weitere Plakate und Flyer sollen helfen, noch mehr Menschen zu erreichen.
Auch Kultur-Einrichtungen können die Aktion bekannt machen.
Sie können Beiträge in sozialen Medien teilen.
Die IG KiKK kann ebenfalls Informationen weitergeben.
So erfahren mehr Menschen, dass sie Kultur kostenlos besuchen können.
Was macht einen Kultur-Besuch schwierig?
Bei der Lunch Lecture haben die Teilnehmer über Hindernisse gesprochen.
Ein Hindernis ist etwas, das eine Sache schwierig macht.
Es gibt viele verschiedene Hindernisse.
Menschen haben große Sorgen
Manche Menschen haben gerade eine sehr schwierige Zeit.
Sie haben vielleicht keine Wohnung.
Oder sie haben Gewalt erlebt.
Oder sie müssen ihr Leben nach einer Krise neu ordnen.
Dann ist es oft schwer, an einen Kultur-Besuch zu denken.
Manche Menschen ziehen sich zurück und treffen nur wenige andere Menschen.
Der Kulturpass kann helfen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Menschen wissen nicht, was sie erwartet
Manche Menschen fragen sich:
- Darf ich so kommen, wie ich bin?
- Muss ich mich besonders anziehen?
- Wie läuft ein Besuch ab?
- Wo bekomme ich Informationen?
Solche Fragen können Unsicherheit auslösen.
Deshalb sind gute Informationen wichtig.
Kultur-Einrichtungen können erklären, was die Menschen bei einem Besuch erwartet.
Der Weg ist zu weit
Auf dem Land sind manche Kultur-Einrichtungen schwer erreichbar.
Nicht alle Menschen haben ein Auto.
Busse und Züge fahren vielleicht nicht oft genug.
Dann kann ein Kultur-Besuch schwierig sein.
Wenn Menschen nicht sicher wissen, ob sie hineinkommen, fahren sie vielleicht gar nicht erst los.
Kultur-Einrichtungen und soziale Einrichtungen kennen einander zu wenig
Kultur-Einrichtungen und soziale Einrichtungen arbeiten noch nicht überall eng zusammen.
Soziale Einrichtungen kennen oft Menschen, die sich für Kultur interessieren könnten.
Kultur-Einrichtungen kennen dafür ihre Angebote.
Wenn sie zusammenarbeiten, können sie mehr Menschen erreichen.
Was können Kultur-Einrichtungen tun?
Kultur-Einrichtungen können Menschen den Zugang erleichtern.
Sie können zum Beispiel:
- Informationen verständlich schreiben
- erklären, wie ein Besuch abläuft
- auf Fragen und Sorgen eingehen
- mit sozialen Einrichtungen zusammenarbeiten
- Menschen mit ihren Erfahrungen ernst nehmen
- gemeinsam neue Kultur-Angebote entwickeln
Wichtig ist auch, die Menschen selbst zu fragen.
Denn nicht alle Menschen brauchen dieselbe Unterstützung.
Ein junger Mensch hat vielleicht andere Wünsche als eine Frau in einem Frauenhaus.
Menschen mit Behinderungen können andere Unterstützung brauchen als Menschen, die neu in Österreich sind.
Die Kultur-Einrichtungen sollen deshalb zuhören und gemeinsam mit den Menschen Lösungen finden.
Ein Beispiel aus Wien: Kulturtransfer
Monika Wagner hat von der Entwicklung der Aktion in Österreich erzählt.
Die Idee entstand 2003 in Wien.
Der damalige Direktor des Schauspielhauses Wien wollte Menschen den Zugang zu Kultur erleichtern.
Gemeinsam mit Martin Schenk von der Armutskonferenz Österreich entwickelte er die Idee für den Kulturpass.
Am Anfang wurden 1.000 Kulturpässe gedruckt.
Später machten immer mehr Kultur-Einrichtungen mit.
Im Jahr 2025 wurden in Wien mehr als 160.000 Eintritte mit dem Kulturpass genutzt.
In Wien gibt es auch das Projekt „Kulturtransfer“.
Bei diesem Projekt treffen sich Kultur-Einrichtungen und soziale Einrichtungen.
Sie lernen einander kennen.
Sie sprechen darüber, was Menschen brauchen.
Dann entwickeln sie gemeinsam Projekte.
Ein Museum wird zu einem Ort für alle
Ein Beispiel ist das Museum mumok in Wien.
Das Museum hat mit dem Verein Dialog zusammengearbeitet.
Der Verein unterstützt Menschen mit Suchterkrankungen.
Die Menschen konnten das Museum bei Workshops kennenlernen.
So konnten sie den Ort in Ruhe entdecken.
Sie konnten erfahren: Auch ich darf hier sein.
Die Zusammenarbeit hat durch das Projekt Kulturtransfer begonnen.
Inzwischen führt das Museum die Arbeit selbst weiter.
Eine Begleitung hilft beim Kultur-Besuch
Ein anderes Beispiel ist der KulturBuddy der Caritas.
Freiwillige begleiten Menschen zu Kultur-Veranstaltungen.
Das kann zum Beispiel Menschen mit Flucht-Erfahrung helfen.
Auch Menschen mit psychischen Erkrankungen oder körperlichen Einschränkungen können Unterstützung bekommen.
So wird es leichter, den Kulturpass zu nutzen.
Was kann die IG KiKK tun?
Auch kleine Kultur-Initiativen können mitmachen.
Sie können sich beim Kärntner Armutsnetzwerk melden.
Gemeinsam wird dann besprochen, wie der kostenlose Eintritt funktionieren kann.
Die IG KiKK kann dabei helfen, Informationen zu verbreiten.
Sie kann auch Kultur-Initiativen mit dem Armutsnetzwerk in Kontakt bringen.
Kultur-Einrichtungen können außerdem mit sozialen Einrichtungen zusammenarbeiten.
So können neue Ideen entstehen.
Was nehmen wir aus der Lunch Lecture mit?
Ein kostenloser Eintritt ist wichtig.
Aber manchmal reicht das nicht.
Menschen brauchen auch verständliche Informationen.
Sie brauchen gute Verbindungen zu Kultur-Orten.
Manche Menschen brauchen eine Begleitung.
Und alle Menschen sollen sich willkommen fühlen.
Deshalb müssen Kultur-Einrichtungen und soziale Einrichtungen zusammenarbeiten.
Sie sollen Menschen zuhören und ihre Wünsche ernst nehmen.
So können mehr Menschen Kunst und Kultur erleben.
Kultur soll für alle Menschen da sein
Nicht alle Menschen haben gleich viel Geld.
Manche können oft ins Theater oder ins Museum gehen.
Andere können sich das nicht leisten.
Der Kulturpass hilft dabei, diese Unterschiede kleiner zu machen.
Die Lunch Lecture hat gezeigt: Es gibt schon viele gute Ideen.
Jetzt geht es darum, die Aktion bekannter zu machen und weitere Menschen zu erreichen.
Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, Kunst und Kultur zu erleben.
Mehr Informationen
Hier gibt es Informationen zum Kulturpass in Kärnten:
Hunger auf Kunst und Kultur – Kärnten
Hier gibt es Informationen zu barrierefreien Museumsbesuchen: